Das Clydesdale

Der flotte Schotte

Das Clydesdale ist der ganze Stolz seines Ursprungslandes Schottland. Dieses anmutige Kaltblut wird seit dem 18. Jahrhundert gezüchtet. Es war nicht nur Streitross sondern auch ein Arbeitstier. Namensgebend ist der Fluss Clyde, an dessen Ufer Glasgow, die größte schottische Stadt liegt. Nach einer Hengstshow in Glasgow wurde die schottische Clydesdale Society 1877 gegründet und registriert seitdem alle Tiere.

Sie erfahren hier mehr über die Geschichte und Abstammung des Clydesdale, seinen Charakter, sein Erscheinungsbild, sowie seinen Einsatz.
 

Abstammung

Im 18. Jahrhundert wurde das Clydesdale für schwere Arbeiten gezüchtet. Man vermutet, dass die Zucht auf einheimischen Stuten basiert, die mit großen kräftigen Hengsten gepaart wurden. Aufzeichnungen belegen, dass der Sechste Duke von Hamilton einen großen braunen Hengst besaß und John Paterson von Lochlyloch einen flämischen Hengst aus England einsetzte. Dieser Hengst war schwarz mit auffallender weißer Blesse und ein wenig weißen Behängen an den Beinen. Diese Blutlinie hat sich sehr bewährt und wurde berühmt und begehrt.
Später wurde auch noch die Einkreuzung des Shire Horse relevant. Das Shire Horse ist die größte Pferderasse und hat dem Clydesdale zu seiner ebenfalls imposanten Größe verholfen. Clydesdale und Shire Horse ähneln sich aufgrund der Einkreuzungen stark – das Clydesdale ist dabei häufig aber noch ein wenig leichter und kleiner als das Shire Horse, was ihm auch in Hinblick auf seine Wendigkeit zugute kommt.
Ein weiteres Pferd, das in den Aufzeichnungen große Anerkennung fand war Blaze, ein schwarzer Hengst im Besitz von Scott of Carstairs. Im Jahre 1782 gewann Blaze den ersten Platz auf der Edinburgh Show.
Der nächste Schritt war dann die genaue Aufzeichnung der Abstammungen. So können heute noch die Stammbäume zurückverfolgt werden und man findet Namen wie „Thompsons`s Black Horse“ oder „Glancer“, berühmte Pferde aus der Zeit um 1800. „Glancer“ beschreibt man mit einem starken, definierten Körper, klaren und scharf gezeichneten Beinen mit fliegendem seidigem Haar.

Erscheinungsbild

Das Clydesdale ist ein Kaltblut mit einem optisch sehr attraktiven Erscheinungsbild und einem hervorragenden Charakter. Es soll zwar stark und schwer sein, aber die nötige Ausgewogenheit und Eleganz besitzen. Mit einem Gewicht von bis zu 1000 Kilogramm, einem Stockmaß von bis zu 190 Zentimetern ist das Clydesdale eine sehr imposante Erscheinung.
Man wünscht große runde Hufe und Beine mit feinem, seidigem Behang. Der Rücken sollte kurz und kräftig sein und in eine gut bemuskelte Hinterhand übergehen. Die Stirn des Clydesdale selbst fällt in der Regel recht breit aus, das Profil ist gerade. Gerne gesehen wird ein klares intelligentes Auge, große Ohren und ein gut angesetzter und gewölbter Hals. Eine schräge Schulter mit einem hohen Widerrist gehören zum Zuchtstandard. Eine weitere Besonderheit ist zudem, dass die Beine des Clydesdale recht lang sind. Dies verleiht dem Kaltblut eine gewisse Eleganz, die es von manch einer anderen Rasse unterscheidet. Der Schweif dieser Kaltblutrasse setzt recht hoch an, die Schweifrübe wurde in früheren Zeiten oft kupiert, was heutzutage in Deutschland aber selbstverständlich verboten ist.
Interessant wird es bei den Farben. Am häufigsten sind Braune mit weißen Farbabzeichen, wie großzügige weiße Blessen und weiße Behänge an den Beinen. Ebenso Braune mit weißen Farbflecken am Körper. Im Gegensatz zu anderen Rassen sieht man auch gerne bunte, stichelhaarige Fellfarben bei den Clydesdales. Das nennt sich red roan, bei braunem Fell mit weißen Stichelhaaren oder blue roan, wenn schwarz mit weißen Stichelhaaren durchzogen ist.

Charakter

Das Clydesdale ist ein absolut sanftmütiges Verlasspferd. Es ist leistungsstark, mutig und ausdauernd. Deswegen war es als Arbeitspferd ein unermüdlicher Partner und wegen seiner Eleganz zusätzlich begehrt für Brauereien. Es weist einen ausgeprägten Arbeitswillen auf und zeigt sich zudem für ein Kaltblut sehr temperamentvoll. Trotz seiner Masse und Größe ist das Clydesdale extrem beweglich und führt auf der Weide gerne mal übermütige Bewegungen aus, die man von einem Kaltblut gar nicht erwarten würde. Dieses agile Kaltblut ist freundlich, dem Menschen sehr zugetan und anhänglich.

Einsatz

Sein Dasein als Arbeitspferd ist, wie auch bei anderen Kaltblutrassen, mit zunehmender Industrialisierung verloren gegangen. Dank seiner imposanten Erscheinung wird das Clydesdale von Brauereien bis heute noch als traditionelles Zugpferd eingesetzt. Zahlreiche Werbeclips einer namhaften Brauerei faszinieren ihre Zuschauer.
Das Clydesdale ist mit seinem gutmütigen Charakter als Freizeitpferd bestens geeignet. Durch seine bewegliche Eleganz ist es natürlich auch als gerittenes Showpferd ein absoluter Hingucker.
Leider sind seine Verbreitung und sein Bekanntheitsgrad nicht zu vergleichen mit dem seines englischen Verwandten, dem Shire Horse. Unser Vereins wird sich alle Mühe geben und die Rasse in ihrer Vielfalt und in verschiedenen Einsatzbereichen zu präsentieren, um so den Bekanntheitsgrad zu steigern.