Schottland - Royal Highland Show 2015

ein Super Wochenende in Schottland ....

Edinburgh 2015

Bei der Gründung unseres Vereins hatten wir beschlossen, gemeinsam zur Royal Highland Show nach Edinburgh zu fliegen, war doch dort 2014 der Gedanke für einen Clydesdaleverein in Deutschland entstanden. Nun war es endlich so weit.
Nach turbulenter Anfahrt, zwei von uns blieben in einer Vollsperrung auf der Autobahn stecken und verpassten fast den Flug, startete der Flieger um 18.45 Uhr in Stuttgart, um uns nach kurzem Zwischenaufenthalt in Amsterdam spät abends nach Edinburgh zu bringen. Wir holten die Leihwägen ab und unsere Fahrer Karin und Ingi stürzten sich wagemutig in den Linksverkehr. Die Beiden haben das toll gemacht und so waren wir auch bald in unserem Hotel. Kurz eingecheckt und weiter ging es in die City. Der Hunger war groß und nachdem wir den letzten offenen Imbiss geleert hatten, kam endlich der gemütliche Teil. Bei Guinness, Jacky und Co ließen wir den ersten Tag in einer typisch schottischen Kneipe ausklingen.

Edinburgh 2015

Früh, kurz nach 7.00 Uhr, starteten die Ersten bereits in Richtung Highland Show, um sich die Clydesdale Riding Class anzusehen. Das frühe Aufstehen hat sich aber gelohnt, denn das sieht (und hört) man nicht alle Tage, wenn 24 Clydesdales nebeneinander über den Showground galoppieren. Die Anderen kamen nach dem Frühstück nach und natürlich fanden wir uns in den Stallungen der Clydesdales wieder. Braune, Schwarze, Red Roans, Blue Roans, Gescheckte, Fohlen, Jährlinge, Ältere und einige Belgier, die angesichts ihrer Größe und Masse ganz schön Eindruck auf uns machten, standen in der Halle. So manches Herz schmolz dahin.

Edinburgh 2015

Neben den Stallungen standen die Kutschen und parkten die LKW’s. Ein Besitzer lud uns ein und zeigte uns voller Stolz seinen LKW. Nicht nur die Ladefläche für 6 Clydesdale inkl. Zubehör, sondern auch das Bad, die Küche, sein Bett und was man sonst noch zum Leben braucht. 4,20 m hoch und ca. 20 m lang war sein Gefährt, beeindruckend.
Danach ging es in die Halle zu den Kühen. Auch dort war die Vielfalt groß. Highlands, Angus-Rinder und wie sie alle heißen, selbst eine Rasse im Panda-Bären-Look, braun-weiß-braun, war dabei.

Nach einem stärkenden Burger und etwas bummeln über das riesige Gelände ging es um 14.00 Uhr weiter mit den Kutschen. 17 Zweispänner füllten den Ring. Es gehört schon Mut dazu, in dieser Höhe auf einem Kutschbock zu sitzen, dafür hat man sicher eine tolle Aussicht von da oben.

Edinburgh 2015

In der Zwischenzeit waren auch unsere englischen Freunde Tony Bull und seine Frau Sandra eingetroffen. Wir freuen uns immer sehr, wenn wir uns treffen, kennen wir uns doch schon viele Jahre und einige von uns haben auch ihre Pferde von Tony.
Bei der anschließenden großen Parade wurden alle Clydesdales und Ponys in einer riesigen Schlange durch den Ring geführt. Die ganze Vielfalt der Clydesdales an Farben und Fellzeichnungen auf einen Blick! Dann kamen die Rinder. Eine Rasse nach der anderen zog in den Ring ein, es nahm kein Ende. Ab und zu riss sich ein Rind los oder buckelte wild, seinen Führer am Strick hinter sich her ziehend. Für uns Zuschauer eine lustige Abwechslung zwischendurch.

Natürlich suchten wir auch den Stand der Clydesdale Society auf, wo wir äußerst freundlich empfangen wurden. Wir stellten kurz vor, wie wir mit unseren Auftritten die Rasse in Deutschland präsentieren und welche Ziele wir noch haben. Soweit ich es verstanden habe, waren sie davon recht angetan. Wir plauderten noch ein wenig miteinander, tranken zusammen einen Schluck Whisky, bevor wir uns wieder ins Getümmel stürzten.
Aus der Ferne sah man die Timbersports-Teilnehmer, wie sie im Eiltempo auf zwei senkrecht aufgestellte, ca. 25-30 m hohe Baumstämme kletterten, junge Reiter zeigten in verschiedenen Parcours Dressuren und Springprüfungen auf ihren Reitponys, Lutz und Dieter machten einen Abstecher zu den ausgestellten Schleppern, Mähwerken und sonstigen Landmaschinen, die das Herz eines jeden landwirtschaftlich Interessierten höher schlagen lassen. Carving-Schnitzer zeigten, wie sie aus einem Stamm mit ihrer Motorsäge wunderschöne Adler und andere Tiere entstehen lassen. Man hätte noch viele Stunden hier verbringen können, doch nach der Vorführung der Tandem-Kutschen war es Zeit für uns, zum Hotel zurück zu fahren.

In einem Supermarkt versorgten wir uns mit dem Nötigsten für den Abend und beschlossen den Tag an der Uferpromenade direkt unterhalb unseres Hotels. Hier wurde uns bewusst, wie nördlich wir doch waren, denn es wurde nicht richtig dunkel. Nach diesem langen, anstrengenden, eindrucksvollen und wunderschönen Tag genossen wir die Ruhe, das herrliche Panorama und den Blick auf das vor uns liegende Meer.

Edinburgh 2015

Wenn man in Edinburgh ist, muss man natürlich auch das Castle gesehen haben. So packten wir unsere Sachen nach dem Frühstück zusammen und fuhren in die City. Hinauf zum Castle und einmal rund herum führte uns unser Weg. Die großen Mauern, die Aussicht, der Baustil, die ganze Atmosphäre zogen uns in ihren Bann. Natürlich wollten wir nicht ohne ein typisch schottisches Essen nach Hause fahren. Mit Haggis, fish and chips und weiteren Leckereien fand dieses herrliche Wochenende seinen krönenden Abschluss. Die letzte Fahrt führte uns zurück zum Flughafen, wo wir, wieder über Amsterdam, den Heimflug nach Stuttgart antraten. Müde, erschöpft, aber mit Erinnerungen und Eindrücken, die uns Allen noch lange im Gedächtnis bleiben werden, traten wir von dort spät nachts die Heimreise an.

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